Blähungen sind kein Zufall
Ob geruchlos oder „hoch explosiv“ – dein Darm zeigt dir, was gerade schiefläuft.
Blähungen gehören zu den Dingen, über die kaum jemand spricht – aber unter denen erstaunlich viele Menschen täglich leiden. Der Bauch spannt. Die Hose wird eng. Es gluckert, rumort oder es entweicht Luft. Und ganz ehrlich: Das ist nicht nur unangenehm – das ist oft auch einfach peinlich.
Was viele nicht wissen:
- Blähungen sind kein „normaler Zustand".
- Sie sind ein Signal deines Körpers.
Ein Blick in die Praxis
Eine Klientin sitzt bei mir und sagt: „Am Abend sehe ich aus, als wäre ich im fünften Monat schwanger."
Ihr Bauch wird im Laufe des Tages immer größer. Mal mit Druck, mal mit Winden – manchmal geruchlos, manchmal nicht. Unverträglichkeiten? Bereits getestet. Ergebnis: unauffällig.
Die Erklärung, die sie bekommen hat: „Das ist halt Stress." Aber ihr Gefühl sagt: Da stimmt etwas nicht.
Blähungen sind nicht gleich Blähungen
Viele sprechen einfach von „Blähbauch". Aber es gibt unterschiedliche Formen – und jede hat ihre eigene Ursache:
- Der „stille" Blähbauch – viel Druck, kaum Luftabgang → Hinweis auf eine schwache Verdauung
- Viele geruchlose Winde – viel Luft, kaum Geruch → oft Gärprozesse oder Luftschlucken
- Übelriechende Blähungen – intensiver Geruch → häufig Fäulnisprozesse im Darm oder Dysbalance
- Blähungen mit Schmerzen & Krämpfen – Druck + Schmerz, oft unregelmäßiger Stuhl → kann auf Reizdarm oder stärkere Dysbalancen hinweisen
Was steckt wirklich dahinter?
Hier wird oft zu einfach gedacht. In Wahrheit gibt es mehrere mögliche Ursachen:
- Lebensmittelunverträglichkeiten (z. B. Laktose, Fruktose)
- Verdauungsschwäche (z. B. zu wenig Magensäure oder Enzyme)
- Darmflora-Dysbalance – ungünstige Bakterien überwiegen
- Fäulnisprozesse im Darm – oft bei schlechter Eiweißverdauung
- Parasitäre Belastungen – häufig unterschätzt
- Fehler im Essverhalten – zu schnell, zu hektisch, zu wenig gekaut
- Reizdarm und entzündliche Prozesse
In den seltensten Fällen gibt es nur eine Ursache. Meist ist es ein Zusammenspiel aus Ernährung, Verdauungskraft, Darmflora, Stress und Lebensstil.
Was sagt die TCM dazu?
Aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin liegt die Ursache oft tiefer: Die Mitte (Milz/Magen) ist geschwächt. Das bedeutet: Die Nahrung kann nicht optimal verarbeitet werden.
Die Folge:
- Feuchtigkeit im Darm – Völlegefühl, weicher Bauch
- Feuchte Hitze – übelriechende Winde, Druck
Warum ist die Mitte bei so vielen geschwächt?
- Zu viele kalte Mahlzeiten (Jause, Brot, Salate)
- Zu viel Rohkost und Milchprodukte
- Hastiges oder abgelenktes Essen
- Unregelmäßige Mahlzeiten
- Spätes oder üppiges Abendessen
- Stress
Viele essen „eigentlich gesund" – aber nicht verdauungsfreundlich.
Wie ich in meiner Praxis arbeite
Ich arbeite nicht nach dem Prinzip „ein Mittel gegen Blähungen". Wir schauen, warum sie entstehen. Das kann beinhalten:
- Ganzheitliches Anamnesegespräch
- Funktionelle Myodiagnostik
- Abklärung möglicher Belastungen (z. B. Parasiten)
- Mikrobiom-Analyse (Florastatus)
- Einschätzung der Verdauungskraft
- Blick auf die Mikronährstoffversorgung
Wir betrachten den Körper im Gesamtbild – nicht nur den Bauch.
Was du jetzt sofort tun kannst
- Iss in Ruhe und kaue gründlich.
- Reduziere große Mengen an Rohkost.
- Iss möglichst warm und gekocht.
- Achte auf regelmäßige Mahlzeiten.
- Iss abends leichter.
Oft sind es genau diese einfachen Dinge, die den Unterschied machen.
Fazit
Blähungen sind kein Zufall. Und sie sind auch nichts, womit du dich einfach abfinden musst. Dein Körper spricht mit dir. Die Frage ist nur: Hörst du hin?
Mein Geschenk für dich
Damit du gleich loslegen kannst, habe ich dir ein kleines Erste-Hilfe-Paket zum Download vorbereitet – mit fünf einfachen Schritten und einem verdauungsfördernden Kräutertee-Rezept.

Über die Autorin
Hildegard Taferner ist diplomierte Ernährungstrainerin in Gamlitz, Südsteiermark – erreichbar für Menschen aus Leibnitz und Graz. Ganzheitlich, mit Wissen aus Fünf-Elemente-Ernährung, heimischer Kräuterkunde und sanfter Diagnostik.
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